Maschinenbau-Schüler der Welser Berufsschule 1 am Campus der Fachhochschule Wels
Zwei Klassen der Berufsschule 1 Wels (BS1) aus dem Fachbereich Maschinenbau waren zu Gast an der Fachhochschule OÖ am Campus Wels, um einen praxisnahen Einblick in die Welt des 3D-Drucks zu erhalten. Die 3. Klasse mit Schwerpunkt Schweißtechnik sowie die 4. Klasse mit Schwerpunkt Fahrzeugbau nahmen mit großem Interesse am Workshop-Programm teil.
Die Veranstaltung fand im Rahmen des Interreg-Projekts „Ressourceneffiziente Bauteilinnovation durch Additive Fertigungsverfahren im bayerischen und österreichischen Grenzraum (ReBi)“ statt.
Vortrag „Einführung in den 3D-Druck“
Der Workshop begann jeweils am Vormittag (Schweißtechnik) bzw. am Nachmittag (Fahrzeugbau) mit einer Begrüßung und einer Einführung in die Additive Fertigung durch Sara Halilovic (Wissenschaftliche Mitarbeiterin – Laser Powder Bed Fusion).
Dabei wurden die am Campus Wels eingesetzten 3D-Druck-Verfahren vorgestellt. Die Schülerinnen und Schüler erhielten einen Überblick über unterschiedliche Technologien – von SLA-Anwendungen in der Medizintechnik über FDM-Systeme für den Heimgebrauch bis hin zu DED-Verfahren für Reparatur- und Hochleistungsanwendungen.
Im Fokus standen insbesondere metallbasierte Verfahren wie LPBF und DED, deren industrielle Einsatzmöglichkeiten anhand konkreter Beispiele erläutert wurden.
Design von AM-Bauteilen
Im Anschluss präsentierte Marko Orsolic (Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Schwerpunkt: Design for Additive Manufacturing & Simulation) den digitalen Entwicklungsprozess eines additiv gefertigten Bauteils.
Anhand eines praxisnahen Beispiels wurde der Weg von der Ausgangsidee bis zum topologieoptimierten Prototypen aufgezeigt. Die Schülerinnen und Schüler erhielten Einblick in:
die Konstruktion des Ausgangsbauteils,
die Gestalt- bzw. Topologieoptimierung,
die Vorbereitung für das Laser-Pulverbettverfahren (LPBF) sowie
die Simulation des Fertigungsprozesses.
Ziel war es, den vollständigen digitalen Workflow der additiven Fertigung verständlich darzustellen – von der ersten Skizze bis zur simulationsgestützten Bewertung des Bauteils.
Kurze Laborführung durch das RPD- und das CSM-Labor
Im Anschluss an die Fachvorträge erhielten die Schülerinnen und Schüler bei einer Laborführung durch das „Center for Smart Manufacturing“ (CSM) einen direkten Einblick in die additive Fertigung mit Metall am Campus Wels.
Die aktiven Anlagen konnten aus nächster Nähe betrachtet werden. Dabei ergaben sich zahlreiche interessierte Fragen zu Prozessführung, Werkstoffen und industriellen Einsatzmöglichkeiten.
KI in der Additiven Fertigung
Den letzten Programmpunkt bildete ein Fachvortrag von Jan Franke vom FORWISS – Institut für Softwaresysteme in technischen Anwendungen der Informatik der Universität Passau. Das Thema war KI-gestützte, bildbasierte Prozessüberwachung am Beispiel des Wire-Arc Additive Manufacturing (WAAM). Gezeigt wurde, wie die Echtzeitauswertung von Schweißkamerabildern mithilfe von Machine-Learning-Verfahren eine geschlossene Regelungsschleife ermöglicht – und so den Fertigungsprozess stabilisiert.

Abbildung 1: Einführung in die Additive Fertigung, DI Sara Halilovic

Abbildung 2: 3. Klasse der BS1 Wels – Maschinenbau (Schweißtechnik)

Abbildung 3: Workshop „Bauteilentwicklung & -optimierung für den 3D-Druck“, DI Marko Orsolic

Abbildung 4: 4. Klasse der BS1 Wels – Maschinenbau (Fahrzeugbau)

Abbildung 5: Laborführung im RPD-Labor, FH OÖ Campus Wels

Abbildung 6: Laborführung im CSM-Labor, FH OÖ Campus Wels

Abbildung 7: Fachvortrag: „KI-gestützte, bild-basierte Prozessüberwachung des WAAM-Prozesses“, M. Sc. Jan Franke


Projektlaufzeit: 01.04.2023 – 31.03.2027
